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Rohstoffe & Edelmetalle Bad Homburg , 05.01.2026 von Thomas Gerner

Multi Asset-Ausblick Teil 5 – Rohstoffe & Edelmetalle 2026: Edel- und Industriemetalle gefragt, Öl unter Druck

Multi Asset-Ausblick Teil 5 – Rohstoffe & Edelmetalle 2026: Edel- und Industriemetalle gefragt, Öl unter Druck
  • Gold bleibt interessant – auch wenn Schwächephasen möglich sind
  • Schwächere Wachstumsdynamik belastet den Ölpreis
  • Elektromobilität und grüne Transformation stützen Industriemetalle

Rohstoffe und Edelmetalle bleiben für FERI auch im neuen Jahr wichtiger Bestandteil eines diversifizierten Portfolios. „Gold rechtfertigt weiterhin eine aktive Quote innerhalb eines breit diversifizierten Multi-Asset-Portfolios“, sagt Thomas Gerner, Head of Systematic Equities, Precious Metals & Commodities bei FERI. „Viele Investoren und Notenbanken sind bestrebt, sich vom US-Dollar unabhängiger zu machen“, erläutert Gerner. „Dazu kommen Zweifel an der generellen Stabilität und Nachhaltigkeit des etablierten Währungssystems.“ Angefacht werden diese durch eine erratische US-Politik unter Präsident Donald Trump und geopolitische Unsicherheiten. Weiter steigende Staatsschulden und die Versuche der Notenbanken, diese durch höhere Inflationsraten zu entwerten, dürften den Goldpreis ebenso antreiben. „Anleger sollten jedoch angesichts der mittlerweile erreichten Preisniveaus temporäre Schwächephasen einkalkulieren.“ 

Andere Edelmetalle – Silber, Platin und Palladium – seien im Verhältnis zu Gold günstiger bewertet und dürften in dessen Windschatten Preisanstiege verzeichnen, erläutert Gerner. „Phasen hoher Volatilität sind aber nicht unüblich, weshalb ein Engagement hier nur in Verbindung mit einem strikten Risikomanagement erfolgen sollte.“ 

Wenig Preispotenzial bei Rohöl 

Rohöl stand 2025 unter Druck. Im neuen Jahr scheint das Aufwärtspotenzial ebenfalls begrenzt. „Wir erwarten weiterhin eine abgeschwächte globale Wachstumsdynamik, der Preis dürfte also kaum steigen“, bilanziert Gerner. Darüber hinaus verweist er auf den Ausbau erneuerbarer Energien und die fortschreitende Elektrifizierung des Verkehrs, die die Nachfrage dämpfen dürften. „Die Rohölpreise sind aus Bewertungssicht auf dem aktuellen Niveau weitgehend gerechtfertigt“, sagt Gerner. Eine moderate Gewichtung des Rohstoffs im Portfolio bleibe daher als günstiger geopolitischer Hedge sinnvoll. 

Bei Industriemetallen ist die Situation hingegen eine andere. „Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage ist deutlich kleiner als bei Rohöl“, so Gerner. Der Bedarf an Kupfer, Nickel, Chrom, Zink und Aluminium werde angetrieben durch die Elektromobilität und ökologische Transformation. „Da der Ausbau neuer Förderstätten ein langwieriger Prozess ist, wird das Angebot in den kommenden Jahren voraussichtlich nicht mit der Dynamik der Nachfrage Schritt halten“, prognostiziert Gerner. Industriemetalle bleiben daher interessant.

Für den Ausblick Rohstoffe & Edelmetalle 2026 finden Sie hier den passenden interaktiven Scrolly.

Erleben Sie den gesamten Jahresausblick interaktiv mit unserem Scrolly zum Jahresausblick 2026.


Autoren
Gerner Thomas
Thomas Gerner

Head of Syst. Equities, Commodities & Precious Metals

Pressekontakt
Schlerf Roger
Roger Schlerf

Managing Director Corporate Communications

Eggert Marenka
Marenka Eggert

Senior Manager Press and Multi-Channel Communications