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Bad Homburg, 10.02.2026 von FERI Cognitive Finance Institute

Kosten des Klimawandels: Wachsender Druck auf Wirtschaft und Finanzsysteme

  • Steigende Klimaschäden belasten Realwirtschaft und Finanzsektor
  • Systemische Auswirkungen des Klimawandels vielfach noch unterschätzt
  • Neue Konzepte zur Bewertung nichtlinearer Klimarisiken erforderlich
  • FERI Cognitive Finance Institute analysiert klimabedingte Herausforderungen für Finanzmärkte

Die Erderwärmung und das Näherrücken kritischer Klimakipppunkte haben einschneidende Folgen für das planetare Klima. „Dieser massive Wandel erzeugt zunehmende Klimaschäden, die nicht nur auf Umwelt und Gesellschaft, sondern immer stärker auch auf Volkswirtschaften und Finanzsysteme durchschlagen“, sagt Dr. Heinz-Werner Rapp, Gründer und Leiter des FERI Cognitive Finance Institute. In der aktuellen Analyse „‚Uninsurability‘ und ‚Repricing of Risk‘: Klimakipppunkte als kritischer Faktor für Wirtschaft und Finanzsysteme“ untersucht das Institut die Folgen des beschleunigten Klimawandels und deren Implikationen für Weltwirtschaft, Finanzindustrie und Kapitalmärkte.

Klimarisiken werden unmittelbar zu Finanzrisiken

Große Teile des Finanzsystems seien direkt oder indirekt von steigenden Klimarisiken betroffen, vor allem durch rapide steigende Kosten. Zwar sei die Problematik inzwischen auch im Fokus von Aufsichtsbehörden wie der EZB. „Viele Marktteilnehmer scheinen das Problem aber noch weitgehend auszublenden oder gar zu ignorieren“, sagt Rapp. Klimabedingte Risiken ließen sich in exponierten Regionen schon heute nicht mehr versichern („Uninsurability“), zudem drohe ein Ausstrahlen versicherungstechnischer Risikoausschlüsse auch auf andere Bereiche des Finanzsystems. Durch Kumulation und Konzentration finanzieller Klimarisiken sowie steigende Haftungslücken („Protection Gaps“) erhöhe sich mittelfristig die Wahrscheinlichkeit systemischer Krisen in Kredit- und Kapitalmärkten.

Zur besseren Steuerung solcher Risiken seien völlig neue Konzepte nötig: „Um das Problem ungenügender Risikowahrnehmung und -quantifizierung zu entschärfen, müssen spezielle Risikometriken entwickelt werden – beispielhaft dafür stehen Konzepte wie ‚Planetary Solvency‘“, sagt Rapp. An den Kapitalmärkten sei eine realistischere Risikobewertung notwendig, also ein generelles „Repricing of Risk“. Vor dem Hintergrund näher rückender Klimakipppunkte werde jedoch die Zeit für wirksames Handeln immer knapper.

Finanzmärkte müssen steigende Klimarisiken adäquat einpreisen

Der rapide voranschreitende Klimawandel bedeute in den kommenden Jahren eine Vielzahl neuartiger Herausforderungen. „Marktteilnehmer müssen vor allem verstehen: Klimarisiken sind Finanzrisiken“, betont Rapp. Diese Problematik sei an den globalen Kapitalmärkten aber oftmals noch nicht wirklich angekommen oder gar adäquat eingepreist, oftmals fehlten geeignete Modelle für Analyse und Management nichtlinearer Klimarisiken. Aus politischer Sicht sei der gezielte Aufbau von Klimaresilienz essenziell – etwa durch Anpassung von Infrastruktur und Aufbau wirksamer Frühwarnsysteme. „Damit ist klar: Die Neubewertung systemischer Klimarisiken wird zum bestimmenden Faktor der kommenden Jahre“, erklärt Rapp. Unternehmer und professionelle Investoren seien aufgefordert, diesen grundlegenden Wandel rechtzeitig zu erkennen und in Form entsprechend angepasster Risikowahrnehmung zu berücksichtigen.

Mit dem neuen Cognitive Comment „‚Uninsurability‘ und ‚Repricing of Risk‘: Klimakipppunkte als kritischer Faktor für Wirtschaft und Finanzsysteme“ analysiert die Denkfabrik der Bad Homburger FERI-Gruppe die möglichen Folgen des beschleunigten Klimawandels für Wirtschaft und Kapitalmärkte. Die Analyse steht zum Download zur Verfügung.


Autoren
FCFI Autor
FERI Cognitive Finance Institute
Pressekontakt
Schlerf Roger
Roger Schlerf

Managing Director Corporate Communications

Eggert Marenka
Marenka Eggert

Senior Manager Press and Multi-Channel Communications