Multi Asset-Ausblick Teil 6 – Hedgefonds 2026: Zunehmende Marktdivergenzen schaffen Chancen für Hedgefonds
- Steigende Renditestreuung im Aktienmarkt schafft Chancen für Equity-Hedge-Fonds
- Merger-Arbitrage-Manager erwarten eine aktive Übernahmesaison
- Erhöhte Volatilität generell attraktiv für Wandelanleihen-Arbitrage-Hedgefonds
- Neue makroökonomische Ordnung könnte zu nachhaltigeren Trends führen
Für 2026 blickt FERI optimistisch auf das Hedgefonds-Umfeld und sieht zunehmende Chancen für Trendfolge- und Arbitrage-Strategien sowie für Sektorspezialisten.
Am Aktienmarkt dürfte die Renditestreuung weiter zunehmen, da die Kurse im Zuge der weiter voranschreitenden geldpolitischen Normalisierung wieder stärker auf die fundamentale Geschäftsentwicklung der Unternehmen reagieren. „Diese zunehmende Differenzierung schafft ein attraktives Umfeld für sektorale Long/Short-Strategien, bei denen durch gezielte Fundamentalanalyse sowohl Long- als auch Short-Positionen unabhängig von der allgemeinen Marktentwicklung gewinnbringend eingesetzt werden können“, sagt Dr. Thomas Maier, Head of Hedge Funds bei FERI.
Positives Umfeld für Fusionen und Übernahmen – Strategie Merger Arbitrage interessant
Auch das Event-Driven-Segment bietet Maier zufolge vielversprechende Perspektiven. Dabei handelt es sich um Strategien, die Marktineffizienzen rund um unternehmensspezifische Ereignisse gezielt ausnutzen. Insbesondere der Bereich Merger Arbitrage sei interessant: „Ein marktfreundlicheres Vorgehen der US-Wettbewerbsbehörden begünstigt derzeit M&A-Transaktionen und schafft damit ein attraktives Umfeld für diese Strategien.“ Bereits jetzt sei eine zunehmende Zahl großvolumiger Übernahmen zu beobachten. „Wir erwarten, dass sich dieser Trend künftig auch auf mittelgroße und kleinere Unternehmen ausweiten wird.“
Relative Value mit gemischten Perspektiven
Der Bereich Relative Value – das sind Strategien, die Bewertungsunterschiede zwischen eng verwandten Wertpapieren oder Märkten auszunutzen – verzeichnete 2025 eine solide Performance. „Für 2026 sind die Perspektiven gemischt“, sagt Maier. Positiv sei das Umfeld aufgrund steigender Emissionsvolumina und erhöhter Volatilität für Wandelanleihen-Arbitrage-Strategien und solche, die gezielt von Kursschwankungen profitieren, wie Volatilitäts- sowie Equity-Arbitrage-Ansätze. Demgegenüber rechnet der Hedgefonds-Experte bei Zins- und Kredit-Arbitrage-Strategien angesichts abnehmender Zinsvolatilität im Zuge einer sich stabilisierenden Inflation mit einem weniger dynamischen Marktumfeld.
Chancen bei Trendfolge-Strategien – insbesondere mit Schwellenländerfokus
Das Tactical-Trading-Segment umfasst flexible Handelsstrategien, die Markttrends, makroökonomische Chancen oder Fehlbewertungen taktisch nutzen, um unabhängig von der allgemeinen Marktrichtung Erträge zu erzielen. Dieses Segment beinhaltet sowohl diskretionäre Global-Macro-Ansätze als auch systematische Trendfolge-Strategien (CTAs). „Für das Jahr 2026 erwarten wir steigende Opportunitäten für Trendfolge-Strategien“, sagt Maier. Das liege daran, dass die sich herausbildende neue makroökonomische Ordnung zu nachhaltigeren Trends und einer stärkeren Divergenz zwischen den einzelnen Anlageklassen führen dürfte. Für Global-Macro-Strategien sieht er Chancen – insbesondere bei Fonds mit Fokus auf Schwellenländer, da die wirtschaftlichen und geldpolitischen Divergenzen zwischen einzelnen Ländern und Regionen dort am stärksten ausgeprägt sind.
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Head of Hedge Funds
Managing Director Corporate Communications
Senior Manager Press and Multi-Channel Communications