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Asset Allocation Bad Homburg, 21.04.2026 von Dr. Eduard Baitinger

Markets Update April 2026 - Trotz geopolitischer Risiken: Märkte zeigen sich widerstandsfähig

Markets Update April 2026 - Trotz geopolitischer Risiken: Märkte zeigen sich widerstandsfähig
  • ·     Irankrieg: Deeskalationspfad intakt, verläuft aber nicht geradlinig
  • ·     Aktienmärkte: Übergeordneter Positivtrend wieder etabliert
  • ·     KI-Megatrend: Bleibt bestehen – erwartete und tatsächliche Gewinne mit positiver Dynamik

Die Marktteilnehmer richten ihren Fokus zunehmend auf ein baldiges Ende des Irankonflikts und eine Entspannung der damit verbundenen Energieengpässe. Die Börsen zeigten in den vergangenen Wochen daher wieder eine positive Tendenz. Zwar ist der Konflikt nach wie vor nicht gelöst und der Deeskalationspfad folgt der üblichen nichtlinearen Logik, wie die wechselnde Nachrichtenlage rund um die Blockade der Straße von Hormus zeigt. Die offenen Kampfhandlungen sind jedoch zumindest vorerst in eine Phase des Dialogs übergegangen. Vor dem Hintergrund, dass US-Präsident Donald Trump innenpolitisch unter Druck steht und ein rasches Ende des Konflikts anstrebt, rechnen die Marktteilnehmer derzeit nicht mit einer erneuten signifikanten Eskalation. Auch die Truppenbewegungen und der Transport militärischer Ausrüstung in der Region deuten nicht auf eine bevorstehende Ausweitung der Kampfhandlungen hin.

Die Marktstruktur hat sich dementsprechend spürbar verbessert: Viele wichtige Aktienindizes haben ihren Aufwärtstrend wieder aufgenommen und notieren nahe ihrer Allzeithochs. Die Marktbreite ist deutlich größer geworden, eine höhere Zahl von Titeln partizipiert am Positivtrend des Gesamtmarktes. Gleichzeitig sind sowohl die realisierte als auch die erwartete Volatilität merklich zurückgegangen – die Nervosität an den Märkten hat somit spürbar abgenommen.

Nun stellt sich die Frage, ob die jüngste Marktentwicklung lediglich die Auspreisung geopolitischer Risiken widerspiegelt – oder ob mehr dahintersteckt. Zwar dominiert die Geopolitik im bisherigen Jahresverlauf klar die Schlagzeilen: Die USA nahmen Venezuelas Staatspräsident Nicolás Maduro fest, drohten mit der Annexion Grönlands und stellten wiederholt die NATO infrage. Zuletzt folgte schließlich der Irankrieg. Dabei wird jedoch häufig übersehen, dass die Fundamentaldaten der Unternehmen derzeit ausgesprochen robust sind.

Schwacher US-Dollar gibt zusätzlichen Rückenwind

Die Gewinnschätzungen der Analysten zeigen aktuell eine ungewöhnlich starke positive Dynamik. Auch die Entwicklung der tatsächlich erzielten Unternehmensgewinne hält damit Schritt. Vor allem der KI-Megatrend bleibt intakt und spiegelt sich immer stärker in den Gewinndaten wider. Hinzu kommt die Schwäche des US-Dollars als zusätzlicher Rückenwind: Der globale Aktienmarkt wird maßgeblich von großen, international tätigen US-Unternehmen dominiert, die von einer Abwertung des US-Dollars überproportional profitieren.

Die Börsianer insgesamt hatten diese gesunden Fundamentaldaten in Kombination mit den zwischenzeitlich spürbar verbesserten Bewertungsniveaus stets im Blick. Entsprechend haben die Käufer schnell wieder das Ruder übernommen, sobald die geopolitischen Risiken ihren Höhepunkt überschritten hatten. Das derzeitige Marktumfeld deutet aus taktischer Perspektive eher auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends als auf eine nachhaltige Gegenpositionierung hin.


Autoren
Baitinger Eduard
Dr. Eduard Baitinger

Head of Asset Allocation

Pressekontakt
Schlerf Roger
Roger Schlerf

Managing Director Corporate Communications